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Unnützes Wissen, 15. Edition

Unnützes Wissen 15: Verschwörung der Idioten

Unnützes Wissen, 15. Edition

Immerhin, um Halloween ein bisschen gerecht zu werden, tauchen in dieser 15. Ausgabe von „Unnützes Wissen“ alte Knochen und ein tödlicher Fluch auf. Ob man außerdem Fakten über Milch, Pariser Museen, Portugal, Wikipedia und das frühe deutsche Kino gruselig findet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Tretet ein, wenn ihr euch traut.

 

Unnützes Wissen 111 bis 118

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Der älteste bekannte Knochen eines Hundes, ein Schädel, wurde in den Höhlen von Goyet in Belgien gefunden und ist rund 31.700 Jahre alt.

Altes HundefotoDas ist interessant, weil es einmal mehr beweist, wie lange der Hund schon der beste Freund des Menschen ist. Wobei man natürlich anhand des gefundenen Schädels nicht sagen kann, ob dieser Hund zutraulich, gehorsam und verschmust oder eher ein fieser, ständig kläffender Köter war, der die Höhle vollgeschissen hat. Die Annahme, dass dieser frühe Hund noch wölfischer war als die meisten heutigen Hunderassen, dürfte aber naheliegen. Ganz sicher liefen unsere Vorfahren nicht mit Pudeln oder Möpsen als vierbeinige Begleiter durch die steinzeitliche Welt.

 

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Zwischen 1914 und 1920 entstanden 27 Filmkomödien mit dem Schauspieler Paul Heidemann in der Rolle des Teddy. Viele dieser kurzen Stummfilme wurden von Polizeidienststellen und Lehrerverbänden mit einem Jugendverbot belegt.

Das beweist, dass wir Deutschen sehr wohl schon immer Humor hatten, wir haben nur alles versucht, um ihn zu verbieten. Heute entscheiden eher selten Polizisten und Lehrer darüber, was wann wo mit welcher Jugendfreigabe in den Kinos gezeigt wird. Alle außer den Polizisten und den Lehrern gefällt das. Paul Heidemann, der heute nur noch wenigen Filmfans ein Begriff sein dürfte, war nicht nur mit dem Part des Teddy erfolgreich, sondern spielte auch den Part des Paulchen in diversen Produktionen. Ein fleißiges Bienchen.

 

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Seit 1898 beherbergt das Musée Cernuschi in Paris eine der größten Sammlungen chinesischer Kunst in Europa. Der Eintritt ist frei.

Es ist gut zu wissen, dass der Eintritt nichts kostet. Damit hätten wir einen weiteren Tipp für den Reiseführer „Preiswert durch Paris“. Tatsächlich können die meisten der Museen in Frankreich, die im Besitz der Stadt selbst sind, kostenlos besucht werden. Man muss nur eben wissen, welche das sind. Der Louvre fällt nicht darunter. Wer heutzutage originell reisen will, der besucht in Paris aber auch nicht mehr den Louvre oder den Eiffelturm, sondern Insidertipps wie das Musée Cernuschi. Alles vielleicht irgendwann nachzulesen im Reiseführer „Planlos durch Paris“.

 

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Eine 1000-Einwohner-Gemeinde in Portugal trägt den stolzen Namen União das Freguesias de São Miguel do Pinheiro, São Pedro de Solis e São Sebastião dos Carros.

União das Freguesias de São Miguel do Pinheiro, São Pedro de Solis e São Sebastião dos CarrosDazu kann ich nur sagen, dass London, Paris oder Berlin dagegen echt alt aussehen. Und Rom erst. Nur drei Buchstaben! Okay, die Römer selbst nennen ihre Stadt Romani, aber das ist immer noch ein linguistischer Witz gegen União das Freguesias de São Miguel do Pinheiro, São Pedro de Solis e São Sebastião dos Carros. Hier besitzt quasi jeder Einwohner einen eigenen Buchstaben im Gemeindenamen. Dieser wunderschöne Name, für dessen Aussprache man handgestoppte 15 Minuten braucht, resultiert übrigens daraus, dass hier 2013 drei Gemeinden zusammengelegt wurden.

 

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Der von dem schwedischen Hochschullehrer Lars Sverker Johansson betriebene Lsjbot erstellte aus digitalen Informationsquellen und Datenbanken kurze Wikipedia-Artikel in schwedischer Sprache sowie in den auf den Philippinen gesprochenen Sprachen Cebuano und Wáray-Wáray. Dies brachte die schwedische und philippinische Wikipedia innerhalb kürzester Zeit quantitativ weit nach vorne.

Daraus lernen wir, dass manche Menschen tatsächlich morgens aufwachen und den Plan fassen, die Wáray-Wáray-sprachige Wikipedia aufzufüllen. Das ist wirklich beeindruckend. Ich denke ja morgens immer nur daran, wie sehr ich den Wecker hasse. Diese Schweden ticken eben anders. Da werden mal eben Schrauben in Schränke gedreht und schon stehen unzählige neue Wikipedia-Seiten. Mit fast keinem Inhalt, aber Hauptsache, sie stehen schon mal.

 

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Laut einer Statistik der Food and Agriculture Organization of the United Nations wird in keinem anderen Land der Erde so viel Milch konsumiert wie in Finnland. Auf Platz 2 und 3 folgen Schweden und die Niederlande.

Das ist wichtig zu wissen, denn es kann ja nicht angehen, dass Deutschland hier nicht einmal in den Top3 liegt. Also: Trinkt mehr Milch! Sie ist gesund, preiswert (laut vieler Milchbauern ZU preiswert) und man kann tolle Sachen wie Schokolade, Vanille, Erdbeeren oder Bananen hinein rühren. Dann nennt man es zwar nicht mehr Milch, sondern Kakao oder Shake, aber ich glaube, so genau nimmt es die Food and Agriculture Organization of the United Nations nicht.

 

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Mehrfache Pläne, den Bestseller „Die Verschwörung der Idioten“ zu verfilmen, scheiterten an dem plötzlichen Tod des jeweils vorgesehenen Hauptdarstellers (John Belushi, John Candy, Chris Farley). Inzwischen gilt das Projekt in Hollywood als regelrecht verflucht.

Die Verschwörung der IdiotenDaraus lernen wir, dass … ich bin mir nicht sicher, ob und wenn ja, was wir daraus lernen. Kann ein Filmprojekt verflucht sein? Fakt ist, dass die Hauptfigur in „Die Verschwörung der Idioten“ (Originaltitel: „A Confederacy of Dunces“) stark übergewichtig ist und einen sehr ungesunden Lebensstil pflegt. Auf die drei genannten Darsteller, die zu verschiedenen Zeiten für diese Rolle in Betracht gezogen wurden, traf das ebenfalls zu. John Belushi starb an Drogenmissbrauch, John Candy, der übergewichtig und starker Raucher war, erlitt einen tödlichen Herzinfarkt und Chris Farley war massiv alkohol- und drogenabhängig. Auch er kam durch eine Überdosis ums Leben. Sagen wir es also mal so: wenn die Hauptfigur in „Die Verschwörung der Idioten“ ein junger, kerngesunder Athlet wäre, würde ich bei einer so hohen Sterberate der möglichen Darsteller eher an einen Fluch glauben.

 

 

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Der Titel „reichster Litauer“ wird Saulius Karosas zugeschrieben. Der studierte Ingenieur ist unter anderem Gründer der Unternehmensgruppe Medicinos banko grupė.

Dazu fällt mir nur ein, dass ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie reichster Mensch von Irgendwas sein werde. Ich komme damit einigermaßen klar.

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