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Unnützes Wissen, 16. Akt

Erste Foto vom Mond und mehr

Unnützes Wissen, 16. Akt

Vom kalten und nassen November wechseln wir über in den ebenso kalten und nassen, aber schöner dekorierten und nach Zimt duftenden Dezember. Mit dabei haben wir in Schachteln verpackte Fakten über die Geschichte der Fotografie, die Erfindung des Hydranten, Ameisenbären, die teuerste Sonnenbrille der Welt und die Olympischen Spiele von 1904.

 

UNNÜTZES WISSEN 119 bis 126

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Als das erste bekannte Foto des Mondes gilt eine Aufnahme aus dem Jahr 1840, die von dem in England geborenen und in New York tätigen Naturwissenschaftler John William Draper gemacht wurde.

Erstes Foto vom Mond

Erstes Foto vom Mond

Aus heutiger Sicht ist das erste Foto vom Mond entweder ein totales Desaster oder ein interessanter neuer Instagram-Filter, auf jeden Fall haben wir mittlerweile ganz andere Ansprüche und ein wesentlich weniger ehrfürchtiges Verhältnis zur Fotografie. Es fällt uns sicherlich schwer, nachzuempfinden, welchen Eindruck diese Aufnahme in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Menschen gemacht hat, aber eine gewisse Faszination geht nach wie vor von dem Bild aus. John William Draper hat auch eines der ersten fotografischen Porträts der Welt hinterlassen, ebenfalls aus dem Jahr 1840. Sein Model war seine Schwester Dorothy Draper. Ihr fiel das Stillhalten sicherlich schwerer als dem Mond.

 

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Die Sonnenbrille, die Elvis Presley bei seinem Konzert im Madison Square Garden 1972 trug, wurde für 250.000 Dollar versteigert und ist damit die teuerste Sonnenbrille der Welt.

3, 2, 1 … Deins.  Wie die meisten Menschen kann ich mir eine Sonnenbrille von Elvis Presley, die Haarbürste von Marilyn Monroe, ein angebissenes Brötchen der Queen oder welcher Alltagskram der Stars sonst noch so in Auktionshäusern landet, wie auch immer das geschieht, nicht leisten. Wenn ich es könnte, würde ich es vielleicht sogar wollen, wer weiß. Da ich es nicht kann, finde ich einen solchen Deal recht absurd. Wir sprechen hier von 250.000 Dollar für eine gebrauchte Sonnenbrille, mit der man Elvis nicht einmal klonen kann. Zumindest noch nicht.

 

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Bei den Olympischen Spielen 1904 in St. Louis war Bogenschießen die einzige Sportart, bei der Frauen zugelassen waren. Es nahmen nur Amerikanerinnen teil. Als große Siegerin ging Matilda „Lida“ Howell hervor, die drei Goldmedaillen gewann.

Das passt ja wie der Pfeil ins Bullseye! Wer sich ein kleines bisschen mit der griechischen Mythologie auskennt, weiß vermutlich, dass Bogenschießen die Paradedisziplin der Amazonen, eines legendären kriegerischen Frauenvolkes, war. Warum also nicht bei dem in der Tradition der antiken Olympischen Spiele abgehaltenen Event amerikanische „Amazonen“ zulassen? Natürlich kann man die Logik dahinter, Frauen nicht zuzutrauen, in anderen Sportarten zu überzeugen, ihnen aber potenziell tödliche Waffen in die Hand zu drücken, hinterfragen.

 

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Es ist nicht bekannt, wer den Hydranten erfunden hat, da das Patent zerstört wurde – bei einem Brand.

Hydrant PatentOh diese Ironie! Da fragt man sich doch glatt, ob der Erfinder der Rettungsweste wohl ertrunken ist und das Patent für den ersten Blitzableiter bei einem Gewitter vernichtet wurde. Bei allem Vergnügen an ironischen Wendungen der Geschichte finde ich es natürlich schade, dass hier ein historisches Dokument für immer verloren ist. Wir können uns aber sicher sein, dass der Erfinder des Hydranten nicht Harry Hydrant hieß. Der Begriff „Hydrant“ ist abgeleitet von dem griechischen Wort für Wasser.

 

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Im Film „Flintstones – Die Familie Feuerstein“ aus dem Jahr 1994 wurde für das Knurren des Haustiers Dino die Stimme des fünf Jahre zuvor verstorbenen Synchronsprechers Mel Blanc, der Dino in der Zeichentrickserie vertont hatte, verwendet. Dies führte zu einer Klage wegen unerlaubter Verwendung und Nichtberücksichtigung in den Credits.

Steinstark daneben. Kein Geld für ein neues Dino-Knurren ausgeben wollen und dann noch versuchen, alles unter den Teppich zu kehren. Von so etwas hatte ich natürlich keine Ahnung als ich den Film damals, süße 11 Jahre alt, im Kino gesehen habe.

 

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Ameisenbären besitzen ein sehr kleines Gehirn und können sich nur auf eine Sache zugleich konzentrieren.

Überraschend viele Menschen, die ich kenne, scheinen in Wahrheit Ameisenbären zu sein. Ich manchmal eingeschlossen. Die Sache mit dem Multitasking fällt auch vielen Vertretern der so genannten Krönung der Schöpfung doch mitunter ziemlich schwer. Man muss sich nur die Leute angucken, die SMS-tippend vor Busse laufen. Dem Ameisenbären kann das natürlich ziemlich egal sein. Da er beim Fressen nur ans Fressen denkt, tangiert es ihn nicht, dass er beim Fressen nur ans Fressen denken kann.

 

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Deutschlands erste Blindenbücherei wurde 1894 in Leipzig gegründet. Weitere Blindenbüchereien entstanden Jahre später unter anderem in Hamburg (1905) und Marburg (1917).

Erste BlindenbüchereiDa wurde ein wichtiger Meilenstein gesetzt. Diese erste deutsche Blindenbücherei, die Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig, kurz DZB, hielt zunächst Bücher und Zeitschriften in Blindenschrift bereit und begann 1956 auch mit der Produktion von Hörbüchern. Seit 2004 sind alle Blindenbüchereien im deutschsprachigen Raum in einer Gemeinschaft organisiert, in der Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e. V. Heute findet man Blindenbüchereien unter anderem auch in Münster, Bonn, Wien, Zürich, Berlin und München.

 

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Laut einer dänischen Studie aus dem Jahr 2007 liegt der Schlüssel zum Glücklichsein in einer Verringerung der Erwartungen.

Danke, liebe Dänen. Ich fürchte nur, den meisten Menschen wird diese Erkenntnis bei ihrem Streben nach Glück nicht wirklich weiterhelfen. Bekanntlich können auch geringe Erwartungen noch enttäuscht werden und ob man sich glücklich fühlt, wenn man seine Erwartungen immer weiter senkt, wage ich auch ein bisschen zu bezweifeln.

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