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Wahnsinnig einfallsreich

Traum

Wahnsinnig einfallsreich

Wie vielen großen Erfindern sind ihre besten Ideen wohl im Schlaf gekommen? Welche sensationell guten Einfälle, von denen wir bis heute profitieren, formten sich in den Träumen von klugen Menschen, die tagsüber zu sehr mit dem Alltagskram beschäftigt waren? Ich weiß es nicht, aber ich vermute, die Zahl der unnützen, fragwürdigen und komplett verrückten Ideen, die aus Träumen entstanden sind, ist signifikant höher.

 

Vor einigen Tagen, oder besser einigen Nächten, hatte ich einen Traum von einer Erfindung, die es vermutlich noch nicht gibt, nicht einmal in China, und wahrscheinlich auch nie geben wird. Höchstens in China. Wenn sie doch eines Tages zu einem weltweiten Hit wird, möchte ich hiermit dokumentieren, dass mein Unterbewusstsein zuerst darauf gekommen ist. Wie und warum auch immer. Bevor ich diese traumatische Idee beschreibe, möchte ich noch festhalten, dass ich a) gar keinen Kaffee trinke und 2.) noch nie ein Morgenselfie gemacht habe.

 

Im Heißgetränk verewigt

 

KaffeetassenkameraMein Traum drehte sich um eine namenlose Schöpfung, die man am ehesten als Kaffeetassenkamera bezeichnen könnte. Nicht zu verwechseln mit einer Kamerakaffeetasse, die gibt es in jedem Geschenkeshop. Zusammen mit Kameraspardosen, von denen ich auch eine habe. Die Kaffetassenkamera aus meiner nächtlichen Fantasievorstellung kann ein Foto der Person machen, die sie hält, und dieses anschließend als 3D-Bild in den Kaffee projizieren. Man trinkt dann quasi sich selbst. Das eigene Gesicht schaut plastisch aus dem Kaffee heraus. Wie das technisch funktioniert? Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Weder waren eine Bedienungsanleitung noch ein Bauplan in den Traum integriert. Ich weiß nicht einmal, wie man die Kamera überhaupt auslöst. Am Henkel ziehen? In die Tasse hinein grinsen? Laut „Koffein!“ rufen? Der Traum hat solche nebensächliche Fakten einfach ausgespart.

 

Stellen wir uns einfach mal vor, diese Erfindung wäre realisierbar und käme auf den Markt. Wozu braucht man das? Für gar nichts! Aber man braucht auch keinen Selfiestick, trotzdem verkauft er sich nicht so schlecht. Eine Kaffeetassenkamera wäre eine im wahrsten Sinne des Wortes überflüssige Spielerei, die zwei Tage lang Spaß macht, bis man sich fragt, warum man so viel Geld dafür ausgegeben hat. Dann nutzt man sie noch zwei bis drei Wochen weiter, weil man so viel Geld dafür ausgegeben hat. Immerhin, das muss man dieser schrägen Idee zugestehen, trinken ja wirklich viele Menschen Kaffee. Ich, wie gesagt, nicht, aber grundsätzlich könnte man das Konzept sicher auch für Wassergläser adaptieren.

 

Träume sind kein Wunschkonzert

 

Warum konnte ich nicht als kleines Kind von Telefonen träumen, die Fotos machen können? Oder von so einer komischen Sache namens Google? Dann hätte ich heute womöglich ein kleines Imperium. Vielleicht habe ich sogar mal von so etwas geträumt, aber es wieder vergessen. Das wäre sogar noch gemeiner. Tatsächlich vergisst man die meisten Träume schon wenige Minuten nach dem Aufwachen wieder. Warum mir die Kaffeetassenkamera im Gedächtnis geblieben ist, kann ich auch nicht beantworten, gleichwohl sind meine Erinnerungen an den gesamten Traum nur bruchstückhaft. Alles in allem bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nie etwas erfinden werde, für das mir ein Internetgigant einen Millionenbetrag, haufenweise Aktien und einen coolen Scheinposten im Aufsichtsrat anbietet, aber ich träum‘ weiter.

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