Kein Kommentar

DSGVO: Keine Kommentare

Kein Kommentar

Falls sich die EU-Entscheidungsträger noch nicht gebührend anerkannt fühlen, hier auch von mir noch ein herzliches Dankeschön für die DSGVO, diesen bürokratischen Ideenstaubsauger, der genau die verfehlt, die er treffen sollte und jene belastet, die er angeblich schützt.

 

Als Reaktion auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) habe ich die Kommentarfunktion in diesem Blog deaktiviert. Das ist feige, ich weiß, aber ich fühle mich dazu genötigt. Zwar bietet WordPress mittlerweile die Möglichkeit an, die Kommentare mit Checkboxen auszustatten, die um die Erlaubnis zur Datenverarbeitung bitten, aber das funktioniert bei meinem Theme nicht. Es gibt auch Plugins, die solche Checkboxen integrieren, aber auch die sind nicht mit meinem Blog kompatibel. Hier alles umzugestalten nur für eine Kommentarfunktion, die ohnehin kaum genutzt wird, erscheint mir übertrieben. Daher sind die Kommentare erst einmal raus.

 

Viel zu sehen, nichts zu holen

 

DSGVO: Nichts zu holenPrivate Blogs haben ja angeblich nichts zu befürchten, aber wer blickt denn noch durch, was im Internet als privat gilt und was nicht? Fakt ist, dass ich mit diesem Blog kein Geld verdiene. Nicht einen Cent! Ich schalte hier keine Werbung und verkaufe keine Produkte. Google gibt mir nichts, Amazon gibt mir nichts, Facebook gibt mir nichts. Vielleicht würde mich das davor schützen, in Schwulitäten zu geraten, wenn Nutzer hier ohne ein vorher explizit abgegebenes Einverständnis ihren Namen und ihre Email-Adresse hinterlassen, vielleicht aber auch nicht. Theoretisch könnte ich diese Daten ja verkaufen, obwohl schon der Gedanke absurd ist. Als würde es ein Daten-Ebay geben, wo man mal schnell einzelne Namen und Email-Adressen versteigern kann, um sich ein paar Euros dazuzuverdienen. „Für 2,64 Euro verkauft an ich_bin_nicht_google66, bitte eine positive Bewertung hinterlassen!“

 

Man kann Daten zweifellos im großen Stil verkaufen, aber ein Ottonormalblogger und auch der Handwerksbetrieb von nebenan schaffen das im Leben nicht. Unter 10.000 Adressen braucht man den Käufern sicherlich nicht zu kommen. Für weniger als Email-Adressen im fünfstelligen Bereich setzt sich doch ein nigerianischer Prinz nicht an den Rechner.

 

So lange ich keine Möglichkeit finde, meine Kommentarfunktion durch eine Checkbox oder zumindest eine Art von deutlichem Hinweis zu ergänzen, bleibt sie deaktiviert. Auch andere Webseiten und Blogs gehen so vor. Das treibt die Menschen wieder mehr zu … na wem wohl? … den sozialen Medien wie Facebook und Twitter. Das sind übrigens die, welche durch die DSGVO in die Schranken gewiesen werden sollten. Kein Kommentar.

 

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