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Blödauge und ein Witz über Eier

Witz über Eier

Blödauge und ein Witz über Eier

Als „Blödauge“ bezeichnen sich nicht nur zwei Fünfjährige beim Streit um den Spielzeugbagger im Sandkasten, es ist auch der Name eines Reptils aus der Familie der Blindschlangen. So etwas kann man natürlich über die Allzweckwaffe Google ganz leicht herausfinden – und dabei möglicherweise etwas Eigenwilliges bemerken.

 

Die Suchmaschine Google mag umstritten sein, vielleicht sogar ein bisschen verhasst, aber genutzt wird sie dennoch. Von vielen Menschen. Sehr oft. Wenn du einmal angefangen hast, Google zu nutzen, hörst du nicht mehr damit auf und Google will auch nicht, dass du damit aufhörst. Die Suchmaschine will, dass du immer weiter suchst und schlägt dir deshalb verwandte Suchbegriffe zu dem Schlagwort vor, das du gerade eingegeben hast. Bei der Betrachtung dieser verwandten Suchbegriffe kommt man allerdings schnell mal ins Grübeln, wo da eigentlich die Verwandtschaft liegt. Der Suchbegriff „Blödauge“ – und nein, dass ich diesen Begriff überhaupt jemals gegoogelt habe, hat keine tieferen Ursachen als Zufall und Neugierde – ist dafür ein wunderbares Beispiel. Die verwandten Suchbegriffe, die mir bei mehreren Versuchen angezeigt wurden, können allenfalls die Cousins dritten Grades des Stiefbruders der Tante des Postboten meines gesuchten Wortes sein.

 

S.O.S

 

Ein Bild, das nichts mit dem Text zu tun hatAls ersten verwandten Suchbegriff zu „Blödauge“ spuckt mir Google eine Frage aus: „wer gründete die sos kinderdörfer?“ Okay … was? Der Gründer der S.O.S-Kinderdörfer war Hermann Gmeiner aus Alberschwende in Österreich. Es gibt keine Blödaugen in Österreich. Herr Gmeiner ist auch nicht auf einem Blödauge ausgerutscht und gestorben, weil er sich dabei das Genick brach. Offenbar wurde er auch nicht von seinen engsten Freunden und Verwandten „kleines Blödauge“ gerufen. Es gibt nicht den geringsten Bezug zwischen dem Gründer der S.O.S-Kinderdörfer und dem Reptil mit dem doofen Namen. Gut, dass ein Mann, der sich 37 Jahre in den Dienst benachteiligter Kinder stellte, mit Nachnamen „Gmeiner“ hieß, entbehrt nicht einer leicht erkennbaren Ironie, aber auch das hat bei näherer Betrachtung nichts mit Blindschlangen zu tun. Warum spuckt Google diesen Suchbegriff aus? Entgeht meinen blöden Augen hier etwas? Das würde ich wirklich gerne wissen. Um meiner Ahnungslosigkeit Ausdruck zu verleihen, hat das nebenstehende Bild absolut gar nichts mit dem Text zu tun. Oder vielleicht doch?

 

Es ist doof, ein Ei zu sein

 

Ein weiterer Suchbegriff, der verwandt sein soll mit dem Schlagwort „Blödauge“, lautet „warum ist es doof ein ei zu sein witz“. Spontan würde ich sagen, dass Doofe daran, ein Ei zu sein, ist, dass man erst ganz vorsichtig behandelt wird, um dann geköpft zu werden. Das ist aber wohl nicht die gesuchte Antwort. Es gibt tatsächlich einen Witz, der hier gemeint sein dürfte, allerdings in Sachen Niveau eher tief fliegt. Auf eigene Gefahr. Wo aber liegt hier nun die Verwandtschaft? Doof und Blöd sind natürlich Synonyme zueinander. Ob man jemanden als doof oder blöd bezeichnet, ist gehupft wie gesprungen, ganz offensichtlich findet man denjenigen dämlich. Blödaugen und Eier verhalten sich derweil zueinander wie Raubtier und Beute. Die Blindschlangen fressen Eier, egal von welchem Tier gelegt, für ihr Leben gern. Es ist also durch Blöd/Doof und Ei/Schlange tatsächlich eine Verwandtschaft um drei Ecken und eine Kurve vorhanden. Auf Familienfeiern grüßt man sich freundlich.

 

Schön blöd das Ganze

 

Wie es sich gehört, habe ich natürlich eine Probe aufs Exempel gemacht und einige weitere ungewöhnliche Tiernamen gegoogelt, um herauszufinden, auf welche schlechten Witze ich dabei noch so stoße oder ob ich auf diesem Wege beispielsweise den Erfinder der selbstreinigenden Toilette ermitteln kann. Dem war nicht so. Die verwandten Suchanfragen hier machen durchweg Sinn und beziehen sich auf Eigenschaften der jeweiligen Tiere, von ihren Fressgewohnheiten bis zu ihrer weltweiten Verbreitung. Die Umstände bei „Blödauge“ sind also durchaus ein wenig speziell. Wie der Name des Tieres eben auch.

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