Gelesen, Gesehen, Gehört

Le Manoir (Film)

Der Film, in dem nur das Wildschwein klug ist: „Le Manoir“

Auf Französisch klingt alles besser. Auch „Le Manoir“ hat einen feinen Klang, den man sehr schön hauchen kann. Le Manoir, très belle! Was gut klingt, muss aber nicht gut sein. „Le Manoir“ ist eine unlustige französische Horrorkomödie aus dem Jahr 2017 mit schauerlich schlechten Schauspielern, die man aktuell in den Eingeweiden von Netflix finden kann. Quel malheur!

Der Horror der frühen Medizin

„Der Horror der frühen Medizin: Joseph Listers Kampf“

Wenn wir uns heute in ein Krankenhaus begeben, um uns einer Operation zu unterziehen, begleitet uns eine natürliche Angst, aber in der Regel auch das Vertrauen in die Kompetenz der Ärzte, in die Ausstattung des Krankenhauses und in die Einhaltung strenger hygienischer Vorschriften. Das war vor 200 Jahren völlig anders. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts brauchte man als Patient der Chirurgie starke Nerven, sehr viel Glück und genug Geld für die Beerdigung.

Netflix Tau

Die ganze Welt ist nur ein Smart House: „Tau“

Auch wenn uns Streamingdienste regelrecht dazu einladen, von Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang Serien und Filme zu konsumieren, hat der neue Netflix“-Film „Tau“ nichts mit den feinen Wassertröpfchen am Morgen zu tun. TAU ist eine künstliche Intelligenz und eine der Hauptpersonen in dem gleichnamigen Sci-Fi-Thriller, der seit Juni 2018 abgerufen werden kann. Womit wir bereits an einer der großen Fragen des Films rühren: Ist TAU eine Person?

Santa Clarita Diet, Staffel 2

Du bist eine Delikatesse: „Santa Clarita Diet“, Staffel 2

Schon die erste Staffel der Netflix-Serie „Santa Clarita Diet“ war ein Genuss der grotesken Art. Die zweite Season, die Netflix seit dem 23. März serviert, steht dem in Nichts nach. Die Erlebnisse der Familie Hammond, die ein normales Vorstadtleben geführt hat, bis Mutter Sheila (Drew Barrymore) zur untoten Menschenfleischgenießerin wurde, bleiben bizarr, ironisch und einfach sehr unterhaltsam.

Black Spot Kritik

Frankreichs dunkler Fleck: „Black Spot“

Im Original heißt die Serie „Zone Blanche“ („Weiße Zone“), international läuft sie als „Black Spot“ („Schwarzer Fleck“) und beide Titel, obwohl an unterschiedlichen Enden des Farbspektrums angeordnet, stehen im Prinzip für das gleiche: einen abgeschiedenen Flecken Erde, der nicht so funktioniert, wie andere Orte funktionieren. Hier heißt dieser Ort Villefranche.

Lore

Amazon’s Lore, Staffel 1

Horrorkreaturen wie Vampire, Werwölfe oder Zombies waren vermutlich noch nie so gefragt wie sie es aktuell und seit ein paar Jahren sind, aber ihre Wahrnehmung hat sich verändert. Es glaubt kaum noch jemand, dass sie tatsächlich existieren, dass sie und andere mystische Wesen für Krankheiten verantwortlich sind und sie, nicht etwa der Mensch, alles Böse auf der Welt bewirken. Dies war früher anders.

Forbidden Games: The Justin Fashanu Story

„Forbidden Games: The Justin Fashanu Story“

Die „falsche“ Hautfarbe, die „falsche“ Sexualität und am „falschen“ Ende des sozialen Spektrums geboren, aber mit einem großen Talent gesegnet, hätte Justin Fashanu der Held einer sensationellen Geschichte mit phänomenalem Happy End werden können, aber das Leben entwickelt sich nicht nach Drehbuch. Justin Fashanus Story hat kein gutes Ende, was sie tragischerweise umso erzählenswerter macht. Es ist die Geschichte des ersten Profi-Fußballers, der sich während seiner aktiven Karriere als schwul outete.

Alias Grace

Die gefeierte Mörderin: „Alias Grace“

Basierend auf Margaret Atwoods gleichnamigen Roman, der wiederum von wahren Ereignissen inspiriert wurde, entführt uns die Miniserie „Alias Grace“ ins Kanada des 19. Jahrhunderts und erzählt uns die undurchsichtige Geschichte des Hausmädchens Grace Marks, das beschuldigt wird, ihre beiden Arbeitgeber ermordet zu haben. Ist sie eine eiskalte Killerin, ein naives Mädchen, eine große Verführerin oder nur eine Verrückte? Das soll ein amerikanischer Psychiater herausfinden.

The Gallows

Tödliches Schultheater: „The Gallows“

Die Hexe ist Schuld. Nicht an der Missernte oder an der Akne im Gesicht der Bürgermeistergattin, sondern an Filmen wie diesem. Seit „The Blair Witch Project“ kurz vor der Jahrtausendwende Kinobesucher in aller Welt fast wahnsinnig vor Angst hat werden lassen, sind die so genannten Found-Footage-Filme nicht mehr totzukriegen. In diesem Genre wird dem Zuschauer suggeriert, er würde amateurhaftes Aufnahmematerial von Verstorbenen oder Vermissten sehen, das zeigt, was mit diesen Menschen passiert ist.

Death Note Netflix

Der Tod nutzt noch Notizbücher: „Death Note“

Erste Seite, erster Eintrag (in Großbuchstaben): ich bin kein Fan oder Kenner der Kunstform Manga! Das ist wichtig, denn somit gehöre ich nicht zu den Menschen, die mit jener japanischen Comicreihe, auf die der US-Film „Death Note“ basiert, vertraut sind. Ich habe auch noch keine der japanischen Realverfilmungen des Stoffs gesehen, geschweige denn eine Folge der Anime-Fernsehserie. Ich könnte unvorbelasteter oder sagen wir neutraler kaum sein.

The Keepers

Die Qual der dunklen Geheimnisse: „The Keepers“

Bei Filmen und Fernsehserien, die rein fiktive Geschichten erzählen, bestehe ich geradezu auf Happy Ends. Dokumentationen wie „The Keepers“ erinnern mich wieder daran, warum das so ist: weil es in der Realität allzu oft kein gutes Ende gibt, weil Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden und Institutionen, die zu unserem Schutz gedacht sind, mitunter versagen. Manchmal sogar absichtlich.