Category: Gelesen, Gesehen, Gehört

Reviews zu Büchern, Filmen, Serien und Musik. Das sticht ins Auge und geht ins Ohr.

  • Amazon’s Lore, Staffel 2

    Amazon’s Lore, Staffel 2

    Einer Serie, die sich mit Horrorlegenden und schockierenden Kriminalfällen befasst, die auf Aber- und Irrglauben basieren, geht der Stoff so schnell nicht aus. Die Menschheitsgeschichte ist schließlich reich an gutem Material. So erreicht auch “Lore” die zweite Runde. Die Amazon-Serie, die auf einem Podcast basiert, ist genau ein Jahr, nachdem die erste Staffel auf Deutsch ihre Premiere feierte, im Dezember 2018 mit sechs neuen, synchronisierten Folgen am Start.

  • Einschlafgeräusche

    Einschlafgeräusche. Regennächte am Geschirrspüler

    Alexa ist die einzige bekannte Assistentin, die 24 Stunden am Stück arbeitet, ohne auch nur den Tonfall zu verändern. Sie ist Tag und Nacht für uns da. Es sei denn, WLAN fällt aus, dann ward sie nicht mehr gehört. Eine der Dienstleistungen … sorry, SKILLS, die uns Alexa noch tief in der Nacht gerne bereitstellt, sind die Einschlafgeräusche. Die können dabei helfen, in den Schlaf zu driften – oder in den WaHnsInN.

  • Die Grafschaft Bentheim im Ersten Weltkrieg. 'Heimatfront' an der deutsch-niederländischen Grenze

    “Die Grafschaft Bentheim im Ersten Weltkrieg”: Heimatfront

    Dieses Buch, erschienen am 11. November 2018, dem Tag, an dem sich der Waffenstillstand von Compiègne zum 100. Mal jährte, kann ich nicht neutral bewerten – ich bin eine der Autorinnen. Puh, das zu schreiben jagt mir noch immer einen leichten Schauer über den Rücken. “Die Grafschaft Bentheim im Ersten Weltkrieg” ist meine erste richtige Buchveröffentlichung. Dass es dazu kam, war reiner Zufall.

  • Warum der Wahnsinn einer Niederlage vorzuziehen ist

    “Warum der Wahnsinn einer Niederlage vorzuziehen ist”

    Wäre das nicht mal ein genialer Titel für einen Beziehungsratgeber? Ich mein’ ja nur. Ned Beaumans Roman gibt keine Tipps für eine bessere Bewältigung des Ehelebens, liefert aber viele Ideen zu Themen wie Rache, Manipulation, Unterdrückung, Verschwörung und andere diverse Hintergründe und Begleiterscheinungen von Wahnsinn. Nebenbei beinhaltet er eine Anleitung zur Herstellung von Filmmaterial mitten im tiefsten Dschungel.

  • Wahrheit oder Pflicht (Film)

    Das Böse ist ein fieser Mitspieler: “Wahrheit oder Pflicht”

    Sag die Wahrheit oder du stirbst. Erfülle die Pflicht oder du stirbst. Dies sind zwar ziemlich heftige, aber doch einigermaßen leicht zu merkende Regeln für ein Spiel. Die meisten Kartenspiele erfordern mehr Denkleistung. Die gesetzten Regeln auch tatsächlich einzuhalten ist bei einem Spielleiter aus der Hölle, der sich partout nicht abschütteln lässt, wiederum etwas komplizierter.

  • Eight Ball Boogie

    “Eight Ball Boogie”. Der talentierte Mr. Rigby

    Alte, schmutzige Kleidung, übermäßiges Rauchen und Trinken, den Pleitegeier ständig im Nacken, ein zynisches Weltbild und ein total verkorkstes Familienleben. All dies – und noch einiges mehr – tolerieren oder sogar bewundern wir nur bei einer Sorte Mensch: Privatdetektiven. Seit die amerikanische Literatur in den 1920er Jahren den Typus des “Hardboiled Detective” geschaffen hat, lieben wir diese Typen. Harry Rigby ist so ein Typ.

  • Le Manoir (Film)

    Der Film, in dem nur das Wildschwein klug ist: “Le Manoir”

    Auf Französisch klingt alles besser. Auch “Le Manoir” hat einen feinen Klang, den man sehr schön hauchen kann. Le Manoir, très belle! Was gut klingt, muss aber nicht gut sein. “Le Manoir” ist eine unlustige französische Horrorkomödie aus dem Jahr 2017 mit schauerlich schlechten Schauspielern, die man aktuell in den Eingeweiden von Netflix finden kann. Quel malheur!

  • Der Lärm der Fische eim Fliegen

    “Der Lärm der Fische beim Fliegen”. Teufel züchten Lachs

    In vielen Rezensionen zu dem norwegischen Ökothriller “Der Lärm der Fische beim Fliegen” heißt es, man würde nach dem Lesegenuss so bald keinen Appetit mehr auf Lachs aus dem Supermarkt verspüren. Da trifft es sich ganz gut, dass ich Lachs ohnehin nicht mag. Mir konnte dieser Roman außer Zeit also von vornherein nichts stehlen.

  • Der Horror der frühen Medizin

    “Der Horror der frühen Medizin: Joseph Listers Kampf”

    Wenn wir uns heute in ein Krankenhaus begeben, um uns einer Operation zu unterziehen, begleitet uns eine natürliche Angst, aber in der Regel auch das Vertrauen in die Kompetenz der Ärzte, in die Ausstattung des Krankenhauses und in die Einhaltung strenger hygienischer Vorschriften. Das war vor 200 Jahren völlig anders. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts brauchte man als Patient der Chirurgie starke Nerven, sehr viel Glück und genug Geld für die Beerdigung.

  • Netflix Tau

    Die ganze Welt ist nur ein Smart House: “Tau”

    Auch wenn uns Streamingdienste regelrecht dazu einladen, von Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang Serien und Filme zu konsumieren, hat der neue Netflix”-Film “Tau” nichts mit den feinen Wassertröpfchen am Morgen zu tun. TAU ist eine künstliche Intelligenz und eine der Hauptpersonen in dem gleichnamigen Sci-Fi-Thriller, der seit Juni 2018 abgerufen werden kann. Womit wir bereits an einer der großen Fragen des Films rühren: Ist TAU eine Person?

  • Santa Clarita Diet, Staffel 2

    Du bist eine Delikatesse: “Santa Clarita Diet”, Staffel 2

    Schon die erste Staffel der Netflix-Serie “Santa Clarita Diet” war ein Genuss der grotesken Art. Die zweite Season, die Netflix seit dem 23. März serviert, steht dem in Nichts nach. Die Erlebnisse der Familie Hammond, die ein normales Vorstadtleben geführt hat, bis Mutter Sheila (Drew Barrymore) zur untoten Menschenfleischgenießerin wurde, bleiben bizarr, ironisch und einfach sehr unterhaltsam.

  • Black Spot Kritik

    Frankreichs dunkler Fleck: “Black Spot”

    Im Original heißt die Serie “Zone Blanche” (“Weiße Zone”), international läuft sie als “Black Spot” (“Schwarzer Fleck”) und beide Titel, obwohl an unterschiedlichen Enden des Farbspektrums angeordnet, stehen im Prinzip für das gleiche: einen abgeschiedenen Flecken Erde, der nicht so funktioniert, wie andere Orte funktionieren. Hier heißt dieser Ort Villefranche.

  • Lore

    Amazon’s Lore, Staffel 1

    Horrorkreaturen wie Vampire, Werwölfe oder Zombies waren vermutlich noch nie so gefragt wie sie es aktuell und seit ein paar Jahren sind, aber ihre Wahrnehmung hat sich verändert. Es glaubt kaum noch jemand, dass sie tatsächlich existieren, dass sie und andere mystische Wesen für Krankheiten verantwortlich sind und sie, nicht etwa der Mensch, alles Böse auf der Welt bewirken. Dies war früher anders.

  • Forbidden Games: The Justin Fashanu Story

    “Forbidden Games: The Justin Fashanu Story”

    Die “falsche” Hautfarbe, die “falsche” Sexualität und am “falschen” Ende des sozialen Spektrums geboren, aber mit einem großen Talent gesegnet, hätte Justin Fashanu der Held einer sensationellen Geschichte mit phänomenalem Happy End werden können, aber das Leben entwickelt sich nicht nach Drehbuch. Justin Fashanus Story hat kein gutes Ende, was sie tragischerweise umso erzählenswerter macht. Es ist die Geschichte des ersten Profi-Fußballers, der sich während seiner aktiven Karriere als schwul outete.

  • Alias Grace

    Die gefeierte Mörderin: “Alias Grace”

    Basierend auf Margaret Atwoods gleichnamigen Roman, der wiederum von wahren Ereignissen inspiriert wurde, entführt uns die Miniserie “Alias Grace” ins Kanada des 19. Jahrhunderts und erzählt uns die undurchsichtige Geschichte des Hausmädchens Grace Marks, das beschuldigt wird, ihre beiden Arbeitgeber ermordet zu haben. Ist sie eine eiskalte Killerin, ein naives Mädchen, eine große Verführerin oder nur eine Verrückte? Das soll ein amerikanischer Psychiater herausfinden.

  • The Babysitter

    Sie ist hübsch und sie will dein Blut: “The Babysitter”

    In Horrorfilmen gibt es in der Regel zwei Arten von hübschen, jungen Babysitterinnen: jene, die von einem irren Killer umgebracht werden und jene, die es gerade noch irgendwie schaffen, einem irren Killer zu entkommen. Die hübsche, junge Babysitterin in dieser Netflix-Horrorkomödie wird nicht von einem irren Killer verfolgt – sie ist der irre Killer.

  • The Gallows

    Tödliches Schultheater: “The Gallows”

    Die Hexe ist Schuld. Nicht an der Missernte oder an der Akne im Gesicht der Bürgermeistergattin, sondern an Filmen wie diesem. Seit “The Blair Witch Project” kurz vor der Jahrtausendwende Kinobesucher in aller Welt fast wahnsinnig vor Angst hat werden lassen, sind die so genannten Found-Footage-Filme nicht mehr totzukriegen. In diesem Genre wird dem Zuschauer suggeriert, er würde amateurhaftes Aufnahmematerial von Verstorbenen oder Vermissten sehen, das zeigt, was mit diesen Menschen passiert ist.

  • Death Note Netflix

    Der Tod nutzt noch Notizbücher: “Death Note”

    Erste Seite, erster Eintrag (in Großbuchstaben): ich bin kein Fan oder Kenner der Kunstform Manga! Das ist wichtig, denn somit gehöre ich nicht zu den Menschen, die mit jener japanischen Comicreihe, auf die der US-Film “Death Note” basiert, vertraut sind. Ich habe auch noch keine der japanischen Realverfilmungen des Stoffs gesehen, geschweige denn eine Folge der Anime-Fernsehserie. Ich könnte unvorbelasteter oder sagen wir neutraler kaum sein.