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Die erste Regel des Slagsmålsklubben

Elektropop

Die erste Regel des Slagsmålsklubben

Viele Musikgruppen benennen sich direkt oder indirekt nach Filmen. Das haben auch ein paar Jungs aus dem schwedischen Norrköping getan, als sie sich im November 2000 zu einer Musikband mit dem Schwerpunkt Elektropop zusammenschlossen, allerdings setzten sie bei ihrer Namenswahl trotz der Inspiration aus Hollywood nicht auf einen internationalen „Aha“-Effekt. Oder kennt hier spontan jemand einen Film namens „Slagsmålsklubben“?

 

Ich habe den Film natürlich gesehen, viele haben das. Er ist in der Tat ausgesprochen berühmt – unter seinem amerikanischen Originaltitel „Fight Club“.  Das putzige Wort Slagsmålsklubben, das vielleicht ein bisschen nach einem Rülpser klingt, ist tatsächlich die schwedische Übersetzung dieses bekannten Filmtitels. Der Thriller mit Brad Pitt und Edward Norton erschien freilich in Schweden nie als „Slagsmålsklubben“, sondern wie in Deutschland auch als „Fight Club“. In Estland kam er hingegen als „Kaklusklubi“ heraus. Das wäre doch auch mal ein pfiffiger Bandname.

 

Slagsmålsklubben aus Schweden

 

SoundmixMich hat nur der kuriose Name auf die Band aufmerksam gemacht, aber zum Glück gibt es ja Spotify, um mal in die Musik reinzuhören. Zum Glück kann man Spotify auch wieder schließen, um nicht mehr in die Musik reinzuhören. Synthesizer-Sound war noch nie meine Welt, da stellt schwedischer Synthesizer-Sound von Slagsmålsklubben keine Ausnahme dar. Diese Musik klingt für mich immer nach einem Nachtclub, in den ich nicht rein möchte, mit einer Lichtshow, die mich in den Wahnsinn treiben würde.

 

Auf die Musik von Slagsmålsklubben verzichte ich also lieber, aber die Sache mit den fremdsprachigen Titeln bekannter Filme hat was. Man fragt sich, was sich da noch so für Schätze verbergen, auf die man, wenn einem wirklich gerade gar kein Name für die eigene Garagenband einfällt, zurückgreifen kann.

 

Der litauische John Carter

 

Der Film „The Blind Side“ mit Sandra Bullock war 2009 ein ziemlich großer Erfolg. Auch in der Türkei kam er in die Kinos – unter dem Titel „Kör Nokta“. Das ist, wenn mich digitale Türkisch-Deutsch-Übersetzer nicht absichtlich täuschen, eine ziemlich genaue Übersetzung des Originaltitels. Wäre das nicht auch ein ganz netter Name für eine Alternative-Rock-Band?

 

2012 war „John Carter – Zwischen zwei Welten“ ein fulminanter Flop, einer von denen, die Karrieren ruinieren und einstmals beliebte Charaktere bzw. Stories auf Jahre hinaus verbrennen. Trotzdem schaffte es der Film auch in Litauen in die Kinos – als „Dzonas Karteris“. Das scheint mir eine direkte Übertragung des sehr amerikanischen Namens der Hauptfigur in die litauische Mundart zu sein. So als würde in Deutschland aus Gary Smith mal eben Günther Schmitz. Als Schlagersänger könnte man mit dem Künstlernamen Dzonas Karteris sicherlich auffallen und ein paar Herzen höher schlagen lassen. Nur hätte man sich dann eben nach einem Film benannt, der 200 Millionen Dollar Miese gemacht hat.

 

Schmutzige Boygroup

 

Film2015 erfreuten sich Kinogänger in aller Welt an dem brutalen Western „The Hateful Eight“, auch im nicht so fernen Slowenien. Dort heißt der Streifen von Quentin Tarantino allerdings „Podlih osem“, was ebenfalls eine ziemlich wörtliche Übersetzung in Richtung „Die Schmutzigen Acht“ ist. Man möge mir verzeihen, dass mein Slowenisch etwas eingerostet ist. Als Bandname fände ich Podlih osem ja für eine Boygroup ganz putzig. Das wäre zumindest mal was anderes.

 

Was das laufende Filmjahr 2016 betrifft, gehört „Suicide Squad“ sicherlich zu den namhaftesten Produktionen. Isländische Kinofans kennen den Film als „Sjálfsmorðsteymið“. Jetzt warte ich darauf, dass eine deutsche Band sich traut, diesen Namen anzunehmen.

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