Die (angeblichen) No-Gos des Bloggens

Auf die Spuren des Supercontents habe ich mich bereits vor einiger Zeit begeben. Dem gegenüber stehen all die Dinge, die man laut der diversen Meta-Blogs, diesen wirklich zahlreichen Blogs über das Bloggen, nicht tun darf, da man sonst in der Blogger-Hölle landet. Auch bekannt als Twitter.

 

Aus verschiedenen Blogs von Bloggern, die über das Bloggen bloggen, habe ich fünf Verhaltensweisen herausgefiltert, die absolut tödlich für Blogs sind und klare No-Gos darstellen. Wenn ich mit dieser kleinen Sammlung an zu vermeidenden Verstößen nur einen einzigen Blog retten kann, war es die Mühe wert. Klingt das gut? Ich finde, es klingt gut.

 

Du darfst nicht …

 

1. Nur Text verwenden

 

Bilder BlogUnsere ersten literarischen Erfahrungen machen wir mit Bilderbüchern. Nach und nach kommt immer mehr Text dazu. Es fängt an mit „Fu ruft Fara“ und landet irgendwann bei „Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, ist wert, daß es zugrunde geht; drum besser wär’s, daß nichts entstünde.“ Doch ganz auf Bilder verzichten möchten wir auch dann nicht, wenn wir Goethes „Faust“ lesen können. Bilder peppen Beiträge auf, sie sorgen für Abwechslung, sind Inseln im Buchstabenmeer. Ein Blog, dessen Beiträge wirklich nur aus Text bestehen, läuft Gefahr, sehr ermüdend und eintönig zu wirken. Der Leser wird mit Text erschlagen. Bildlich gesprochen.

 

2. Über Themen schreiben, die dich selbst nicht interessieren

 

Das ist eine Umschreibung für „Sei du selbst!“ Ein richtiger, aber auch etwas idealistischer Tipp. Gute Autoren können sehr wohl erfolgreich über Themen schreiben, die sie todlangweilig, unsinnig oder gar peinlich finden. Wer wirklich ausschließlich über das schreibt, was ihn begeistert, erreicht mitunter nur eine kleine Leserschaft, das muss einem bewusst sein. Ich bin mir dessen bewusst und es ist Okay für mich. Ein Hobby wie Mode ist in Deutschland einfach eine bessere Basis für Massenkompatibilität als z.B. mazedonische Dichtkunst, Studien über die Roggenernte im 19. Jahrhundert oder seltene Schmetterlingsarten. Ich würde in meiner Freizeit dennoch nie über Mode bloggen, denn das ist für mich in etwa so faszinierend wie mazedonische Dichtkunst.

 

3. Ausschließlich kurze Beiträge posten

 

Geht gar nicht.

 

4. Fremde Inhalte 1:1 übernehmen, ohne dies entsprechend zu kennzeichnen

 

Das sollte selbstverständlich sein, ist es aber so ganz wohl immer noch nicht. Dennoch dürfte das Bewusstsein für Urheberrechte im Vergleich zu den Anfangsjahren des Internets, das einem Wilden Westen des Datenverkehrs glich, heute deutlich ausgeprägter sein. Copy&Paste ist wirklich eine wundervolle Sache, ganz klar eines meiner Lieblingspaare, sollte aber nicht als Freifahrtschein für munteres Plagiieren verstanden werden.

 

5. Deine besten Ideen für später zurückhalten

 

Gut, wenn du eine richtig coole Idee für einen Beitrag über Weihnachten hast und es ist gerade Mai, kann es durchaus sinnvoll sein, diese Idee zurückzuhalten, zumindest bis Ende Oktober/ Anfang November. Es gibt freilich einen Unterschied zwischen „zurückhalten“ und „noch nicht veröffentlichen“. Eine gute Idee sollte man nicht ein halbes Jahr im Kopf einsperren, da diese dann womöglich eingeht wie eine Weintraube auf der Heizung – und wer will schon Rosinen im Hirn haben? Da bietet es sich doch eher an, einen Beitrag bereits niederzuschreiben, wenn auch nur in Stichpunkten, und zu einem späteren Zeitpunkt live zu schalten.

1 Response

  1. Grete Otto sagt:

    Ich mag Deinen Blog – auch wenn ich nicht alle Artikel gelesen habe, mag ich (von denen die ich gelesen habe) Deinen Stil und es ist auch eine unorthodoxe Themenmischung. Der Artikel zum Bloggen ist witzig und treffend. Richtig, man sollte über das schreiben, was einen interessiert und begeistert – okay, bei vielen ist es wohl auch Mode und Kosmetik. Aber auch mazedonische Dichtkunst hat ihre Berechtigung 🙂
    Viele Grüsse

    Grete