Formvollendet: Die Agfamatic 100 Sensor

Kompakt, leicht, ohne Ecken und Kanten, schwarzes Gehäuse und idealerweise in der Lage, Bilder zu machen, so wünschten sich die Menschen in den 1970er Jahren ihre Fotoapparate. Das Unternehmen Agfa verstand es, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Mit der Agfamatic-Baureihe landete das ursprünglich in Deutschland gegründete Unternehmen einen Hit.

 

Agfa hatte Ende der 1960er Jahre begonnen, die Erwartungen von Jugendlichen an eine Fotokamera zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Marktforschung flossen in die Entwicklung der Baureihe Agfamatic ein. Zwischen dem 25. Mai und dem 30. Juni 1970 organisierte Agfa eine in vielen Jugendzeitschriften beworbene Aktion namens „Teen‘ 70“ mit dem Verkauf eines Sondersets, bestehend aus der ersten Agfamatic, zwei Farbfilmen, einem Schwarzweißfilm, drei Blitzwürfeln und zwei Batterien sowie einer modernen Tasche aus Jeansstoff, die nicht wie Opas Fototasche aussah. Das Set kostete damals ungefähr 50 DM.

 

Das sieht gut aus

Agfamatic 100 Sensor

 

Die Agfamatic 100 und ihre begabtere Schwester Agfamatic 100 Sensor, die einen Sensor-Auslöser besitzt, kamen 1972 heraus. Vielleicht auch schon 1971, die Quellen sind sich da nicht ganz einig und ich war noch nicht geboren. Der Erfolg dieser Baureihe wird häufig auf das Design, für das sich das Studio Schlagheck Schultes Design verantwortlich zeichnete, zurückgeführt. Es schadete auch nicht, dass sich diese Kameras leicht bedienen ließen und recht robust waren. Das Gehäuse besteht aus Plastik.

 

Die Agfamatic 100 Sensor ist für 126er Kassettenfilm ausgelegt und schießt Bilder im Format 28 x 28. Markant sind der rote Sensor-Auslöser und der Schnellspannhebel. Sie wiegt ungefähr 260 Gramm und hat bei mir einen Platz auf einem Ministativ. Sie kann und konnte auch auf richtige Stative aufgesetzt werden, was bei ihrer Größe etwas putzig aussieht. Damals war das aber en vogue.

 

Ein noch erfolgreicherer Nebenstrang der Agfamativ-Baureihe waren die Modelle Agfamatic Pocket, die auch als „Ritsch-Ratsch-Kameras“ in die Geschichte der Fotografie eingegangen sind. Von diesen besitze ich mehrere Vertreter. Kurz bin ich hier schon auf das Thema eingegangen. Dazu gibt es aber noch ein bisschen mehr zu schreiben. Mit anderen Worten: Fortsetzung folgt … (irgendwann).