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Kuriose Erfindungen: Die Revolverkamera

Revolverkamera: Kuriose Erfindung

Kuriose Erfindungen: Die Revolverkamera

Fotos werden seit jeher geschossen. Da diese Terminologie weit verbreitet ist, kommen unglückliche Missverständnisse eher selten vor. Es sei denn natürlich, man entscheidet sich gegen eine Spiegelreflex- und für eine Revolverkamera. Die schießt nicht nur Bilder, sondern auch scharf. Wer hier vor die Linse kommt, wird ausgeknipst.

 

Mit kuriosen Erfindungen habe ich mich bereits an anderer Stelle beschäftigt. Ausgereizt ist das Thema aber noch lange nicht,  können die Menschen doch das Forschen und Entwickeln einfach nicht lassen. Prinzipiell ist das begrüßenswert, da wir andernfalls immer noch Stöcke und Steine als unsere größten Errungenschaften feiern würden. Gleichwohl ist nicht jeder Erfinder mit Begabung gesegnet und so manche Schöpfung gerät am Ende eher zum Streich als zum Genie. Wie die Revolverkamera.

 

Die Revolverkamera. Cheese und stirb

 

Kuriose Erfindungen: Revolverkamera

Fotorevolver, New York 1938. Mit geschossenen Fotos (ungeladen)

Das New York des Jahres 1938 erholte sich langsam von dem Chaos und Leid, das der Börsencrash fast zehn Jahre zuvor verursacht hatte. Die einen krempelten die Ärmel hoch und führten den Aufschwung durch harte Arbeit und innovative Ideen herbei, die anderen kombinierten einfach mal einen Colt 38 mit einer kleinen Kamera zu einer Neuschöpfung, nach der niemand gefragt hat. Das Prinzip der New Yorker Revolverkamera ist an sich simpel: drückt man den Abzug, wird ein Foto geschossen und – wenn man den Revolver geladen hat – zusätzlich noch eine Kugel abgefeuert. So hat man für einen Mord gleich das Beweisbild mit dazu. Praktisch – für die Polizei. Andersherum könnte man, wenn man nachts einen Einbrecher überrascht und erschießt, was in den USA ja gelegentlich vorkommen soll, dank der Aufnahme beweisen, dass das Opfer wirklich ein Einbrecher war, der gerade Omas Schmuck in den Händen hielt, als er aus Notwehr totfotografiert wurde  … abgesehen davon, dass eine handelsübliche Kamera zumindest im Jahr 1938 noch keine sonderlich guten Nachtaufnahmen machen konnte.

 

 

Bitte recht freundlich für dein Abschiedsbild

 

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, eine Revolverkamera gar nicht zu laden und wirklich nur zum Foto schießen machen zu nutzen, allerdings wird man auf den so entstandenen Bildern relativ selten Menschen mit entspannten Gesichtszügen sehen. So natürlich, wie wir als Menschen ständig neue Dinge erfinden wollen, mögen wir es auch nicht, wenn man auf uns schießt, egal wie oft versichert wird, dass die Waffe nicht geladen ist. Folglich hat sich die Revolverkamera nicht durchgesetzt, weder für den Heimgebrauch, noch als Ausrüstungsgegenstand im Polizeidienst. Sollte die National Rifle Association of America (NRA) allerdings einmal sehr knapp bei Kasse sein, besteht zu befürchten, dass dieser verhinderte Verkaufshit aus den 1930er Jahren wieder hervorgeholt wird. 

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