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Unnützes Wissen, 18. Portion

Unnützes Wissen, 18. Portion

Das ging ja mal wieder flott. Schon ist der erste Monat des Jahres 2018 Geschichte. Zeit, inne zu halten, um mehr zu erfahren über Krokodile, die Nationalhymne Myanmars, Eiskunstlauf und die deutsche Fernsehgeschichte. Unnützes Wissen ist einfach in jedem Jahr ein Genuss für sich.

 

UNNÜTZES WISSEN 133 bis 139

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Die Angst vor Gegenständen, die links von einem liegen, sowie vor Linkshändern nennt man Sinistrophobie.

Sinistrophobie Man kann nicht alles haben. Meine etablierten Phobien und ich sind uns einig, dass für die Sinistrophobie kein Platz mehr da ist. Ich fürchte mich weder vor meiner linken Seite noch vor Linkshändern, allerdings überfällt mich schon ein wenig Panik, wenn ich mit der linken Hand schreiben soll, denn das Ergebnis ist wirklich grauenhaft. Insofern empfinde ich für Linkshänder eher Respekt als Abneigung, denn es beeindruckt mich, wie sie mit dieser ausgesprochen unkooperativen Hand lesbare Wörter zustande bringen.

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Ein Krokodil hat 24 Zähne, benutzt diese aber in der Regel nicht zum Kauen. Krokodile schlucken ihre Beute häufig im Ganzen herunter. In ihrem Bauch wird das Fleisch dann von Steinen zerrieben, welche die Krokodile zu diesem Zweck ebenfalls schlucken.

Der Beute ist es egal. Ob sie nun von riesigen Zähnen zermahlen oder von Steinen aufgerieben werden, macht für die meisten Krokodilhäppchen am Ende keinen Unterschied mehr. Ich finde, dass Krokodile beeindruckende Tiere sind, die etwas sehr Prähistorisches an sich haben. Begegnen möchte ich ihnen aber nicht.

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Die 1947 eingeführte Nationalhymne von Myanmar (früher Burma) heißt “Gba Majay Bma”, zu Deutsch “Bis zum Ende der Welt”, und wurde von Saya Tin geschrieben.

Wir werden Burma immer lieben. So lautet die erste Zeile der Hymne. In gewisser Weise kann ich dem zustimmen, ich werde den Namen Burma immer viel schöner finden als den Namen Myanmar.

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Tiere, die auf Gefahren für den Menschen hinweisen können, werden als Sentinel Species bezeichnet. Werden die Tiere dabei einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt, nennt man sie auch Markertiere.

Der Kanarienvogel in den Mienen ist ein klassisches Beispiel. Im frühen 20. Jahrhundert nahmen Minenarbeiter häufig Kanarienvögel mit unter Tage, da diese früher als Menschen auf Kohlenstoffmonoxid reagieren und den Arbeitern so Zeit blieb, sich vor dem toxischen Gas in Sicherheit zu bringen. Für den Vogel ein echt beschissener Job.

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Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erstellte das US-amerikanische Medienunternehmen Clear Channel Communications für seine Radiosender eine Liste mit mehr als 150 Songs, die vorerst nicht mehr gespielt werden sollten, darunter Hits von den Beatles, Bob Dylan, Elton John und U2. Diese Liste wurde als “2001 Clear Channel Memorandum” bekannt.

Fake News? Bis heute ist umstritten, wie verbindlich diese Liste wirklich war oder ob sie nur eine Empfehlung darstellte, welche die einzelnen Radiosender frei handhaben konnten. Auf der Liste finden sich Songs ganz verschiedener Art, sowohl solche mit Themen wie Krieg, Gewalt und Armut als auch nostalgische und berührende Lieder, die man direkt nach den Anschlägen wohl als zu belastend empfand. Eine Liste aller Songs, alphabetisch nach Künstlern sortiert, gibt es hier.

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Die Ergebnisse der in Berlin abgehaltenen Eiskunstlauf-Europameisterschaft 1893 wurden zwei Jahre später aufgrund von Streitigkeiten um die Wertungen annulliert.

Eiskunstlauf-Europameisterschaft 1893

Eduard Engelmann junior

Von wegen früher war der Sport reiner und unschuldiger! Ursprünglicher Sieger war übrigens der damalige Titelverteidiger Eduard Engelmann jr., ein ziemlicher interessanter Mann aus Österreich, der neben Eiskunstlauf auch Radfahren betrieb und mehrmals die Kunstfahrmeisterschaft des Deutschen Radfahrbundes gewann. Zudem war er als Ingenieur in den Bereichen Eisenbahnbau und Wasserkraft tätig und erbaute die erste Kunsteisbahn der Welt. Er starb 1944 im Alter von 80 Jahren. Den annullierten Titel mitgezählt, wurde er dreimal hintereinander Europameister im Eiskunstlauf. In seiner Heimatstadt Wien ist eine Straße nach ihm benannt.

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Der sechsteilige Fernsehkrimi “Das Halstuch” war 1962 ein richtiger Straßenfeger in Deutschland. Um seinen Kinofilm “Genosse Münchhausen” zu promoten, verriet der Schauspieler Wolfgang Neuss in einer Zeitungsanzeige den Namen des Mörders und sah sich heftiger Kritik bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt.

Offiziell gab es damals ja noch keine Shitstorms in Deutschland. Man nannte es zumindest nicht so. Einen Gefallen getan hatte sich Wolfgang Neuss mit diesem PR-Stunt definitiv nicht. Er hätte einfach behaupten sollen, dass es der Gärtner war.

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