Unnützes Wissen, zum 19. Mal

Unnützes Wissen: Tanzwut, Kannibalen und mehr

Unnützes Wissen, zum 19. Mal

Tödliche Tanzwut, Kannibalen, Teufelsinstrumente, böse Hexen und Krieg. Diese 19. Ausgabe des unnützen Wissens könnte auch locker als Halloweenausgabe durchgehen. Zum Ausgleich gibt es ein bisschen Liebe und … März.

 

UNNÜTZES WISSEN 140 bis 147

140
Die zwei Menschen, die es schaffen, 90 Jahre verheiratet zu sein, dürfen ihre “Marmorhochzeit” feiern.

MarmorhochzeitDas ist doch noch ein echtes Ziel im Leben. Hat man erst einmal das doppelt verflixte 77. Jahr gemeinsam überstanden, steht dem großen Ereignis nichts mehr im Wege. Außer vielleicht der Tod, dieser Romantikmuffel. Es steht außer Frage, dass ein 90-jähriger Hochzeitstag eine Sensation ist, insbesondere, wenn man nicht schon vor seinem ersten Geburtstag geheiratet hat. Zwei Menschen, die es schaffen, 90 Jahre verheiratet zu sein, gehen stramm auf die 110 zu.

 

141

Im 14. und 15. Jahrhundert kam es zu einem Phänomen, das als “Tanzwut” bezeichnet wurde. Dabei tanzten größere Gruppen von Menschen bis zur völligen Erschöpfung. Über die Ursache wird bis heute gerätselt.

An der fetzigen Musik jener Zeit lag es wohl eher nicht. Die Erklärungsversuche reichen von religiöser Ekstase, über Drogen bis zu Vergiftungen durch Mutterkorn oder Spinnenbissen. Waren die Tanzwütigen damals im wahrsten Sinne des Wortes von der Tarantel gestochen, der Spinnenart Lycosa tarentula (Apulische Tarantel), oder standen sie unter dem Einfluss eines Rauschmittels, das womöglich einfach nur ihr eigener Glaube gewesen ist? Die Tanzwut erhielt auch die Bezeichnung “Veitstanz”, in Anlehnung an den Heiligen Veit, zu dem in solchen Notfällen gebetet wurde. Ob er gerne getanzt hat, ist nicht bekannt.

142

Der italienische Seefahrer und Entdecker Giovanni da Verrazano, der als erster Europäer die Atlantikküste Nordamerikas erforschte, soll 1528 von kannibalischen Ureinwohnern der Insel Guadeloupe getötet und verspeist worden sein. Einer anderen Theorie nach wurde er von den Spaniern wegen Piraterie gehängt.

Hingerichtet oder aufgegessen? Ich weiß wirklich nicht, ob das am Ende noch einen großen Unterschied macht. Als besonders würdevoll gilt beides nicht.

143

Ein in Äthiopien und Eritrea verbreitetes Zupfinstrument ist die Krar. In der Volksmythologie gilt sie als das vom Teufel gemachte Gegenstück zum göttlichen Instrument Beganna.

Direkt, nachdem der Teufel den Sekt erfunden hat, baute er die Krar. Die Krar besteht aus fünf oder sechs Saiten und hat die Form eines Trapezes (ein Viereck mit zwei parallel zueinander liegenden Seiten). Der Name geht auf die Begriffe makrer (“spannen”), yakarara (“etwas Gespanntes”) und kara (“Schnur”) zurück. Vermutlich hatte sie nichts mit der Tanzwut im Europa des 14. und 15. Jahrhunderts zu tun.

144

Rafael Pombo war im 19. Jahrhundert nicht nur Botschafter Kolumbiens in den USA, sondern auch ein erfolgreicher Autor, besonders von Kinderbüchern. 1905 wurde er als Kolumbiens bester Poet ausgezeichnet.

Definitiv ein Mann mit vielen Talenten. Neben Politiker und Schriftsteller war er auch noch Mathematiker und Ingenieur sowie Übersetzer und Journalist. Er starb am 5. Mai 1912 im Alter von 78 Jahren in seiner Geburtsstadt Bogotá.

145

Im walisischen Sprachgebrauch gibt es den Ausdruck “Y mae mor salw â Gwrach y Rhibyn”, zu Deutsch “Sie ist so hässlich wie Gwrach y Rhibyn”. Gwrach y Rhibyn ist in der keltischen Mythologie eine Hexe, die den Tod von Menschen vorhersagt. Sie hat dürre Arme mit Fledermausflügeln, wirr abstehende Haare und lange schwarze Zähne.

Y mae mor salw â Gwrach y RhibynEine eigenwillige und faszinierende Sprache. Wenn man mit dem Ausdruck “Y mae mor salw â Gwrach y Rhibyn” belegt wird, weiß man ja gar nicht, ob man beleidigt sein oder begeistert applaudieren soll. Vermutlich ist die arme Gwrach ohnehin nur eine völlig missverstandene Persönlichkeit. Klar, niemand möchte erfahren, dass er bald sterben wird, aber im Wesentlichen sieht sie nicht anders aus als die meisten von uns direkt nach dem Aufstehen.

 

 

146

Schon dreimal, 1985, 1992 und 2007, hat die Schweiz versehentlich Liechtenstein “angegriffen”, zunächst, als während einer Artillerieübung der Schweizer Armee mehrere Raketen Richtung Liechtenstein flogen und einen Waldbrand verursachten, dann, als ein militärischer Außenposten der Schweiz ungeplant in das Staatsgebiet Liechtensteins hineinragte und schließlich, als 171 Schweizer Soldaten falsch abbogen und in Liechtenstein einmarschierten.

Nur die Schweizer können so etwas wie eine “versehentliche Invasion” erfinden. Ihre berühmte Neutralität rührt womöglich nur daher, dass sie sich immer so nett entschuldigen, wenn sie mal wieder ein paar Raketen abgefeuert haben.

147

Der März beginnt immer mit demselben Wochentag wie der November.

Verrückt!

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